Schlossstraße 3 – Kaserne

Jüdische GeschichteLokalgeschichte

Das stattliche Gebäude Schlossstraße 3 ließ König Friedrich Anfang des 19. Jahrhunderts als zunächst eingeschossige Kaserne für seine Wachmannschaft bauen. Seit Mitte des 19.Jahrhunderts gehörte es der jüdischen Familie Löwe. Von 1909 bis Anfang 1942 war die auf den Rollstuhl angewiesene Auguste Löwe alleinige Eigentümerin ihres Elternhauses. Bei ihr wohnte ihre Pflegerin Sophie Jordan. Als diese schwer erkrankte, zog zum Jahreswechsel 1939/40 die aus Polen stammende Sara Wilensky ins Haus, um die beiden alten Damen zu versorgen. Bürgermeister Paul Schwarz wehrte sich vehement, aber zunächst erfolglos gegen den unerwünschten Zuzug. Nach der Deportation von Sara Wilensky nach Riga musste Auguste Löwe ins „Judenhaus“ zur Familie Herrmann in die Strombergstraße 11 ziehen. Schwarz bemühte sich nun intensiv darum, das Gebäude weit unter Wert für die Gemeinde zu sichern. Nach der Deportation von Auguste Löwe nach Theresienstadt im August 1942 wurde das Haus Schlossstraße 3 der Gemeinde Freudental von den NS-Behörden sogar kostenlos zugesprochen.

© Steffen Pross